Es ist die dunkelste Nacht des Jahres. Am Zenit der Dunkelheit und der Stillheit wird das Sonnenkind (wieder-)geboren.

Zwölf Nächte dauert das Wintersonnwendfest. Diese Nächte sind besser bekannt als die Rauhnächte. Das ursprüngliche Julfest, an dem die wiederkehrende Sonne gefeiert wurde, ist heute in christianisierter Form unser Weihnachten.

Zu Zeiten des ursprünglichen Julfests wurde auch der Jahreszeitenkranz mit je einer Kerze pro Jahreszeit gewunden. Daraus entstand wohl unser jetziger Adventkranz.

Von nun an werden die Tage wieder länger als die Nächte. Die Geburt des Lichts und die wiederkehrende Sonne wird gefeiert. Der Hirschgott Cernunnos („der Gehörnte“) stampft um neues Leben anzuregen. Diesen Gott zelebrieren wir heute als Nikolaus, der mit einem Hirsch an seiner Seite oder auch von Rentieren gezogenen Schlitten auftaucht.

Häuser werden mit Stechpalmen, Mistel, Efeu, Tannen- und Fichtengrün geschmückt. Die Menschen gingen damals davon aus, dass sich die Vegetationsgottheit über den Winter in die immergrünen Zweige von Tannen und Fichten zurückzogen.

Darum holte man sie sich nun ins Haus und erweckte sie mit Feuer zum Leben.
Während der Rauhnächte wird auch viel geräuchert. Salbei und Wacholder sollen alles schlechte und böse vom letzten Jahr entfernen. Auch diente das Räuchern der Heimholung der Ahnenseelen.

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