Die Kelten
Samhain am 1. November war neben Imbolc am 1. Februar, Beltane am 1. Mai und Lughnasadh am 1. August eines der vier Hauptfeste im keltischen Jahreskreis. (Der keltische Jahreskreis besteht aus 8 Jahreskreisfesten)
Das keltische Silvester, das Fest der Verstorbenen, das Ahnenfest Samhain markiert im keltischen Jahreskreis den Beginn der dunklen Winterzeit.
Es markiert für die Kelten den Beginn eines neuen Jahres und wird daher auch als keltisches Silvester bezeichnet. Ab Samhain bereitet sich Mutter Erde auf den Winter vor und beginnt sich zurückzuziehen.

In damaliger Zeit war es der Jahresanfang und es wurden Volksversammlungen abgehalten. (Das altirische Wort Samhain bedeutet so viel wie Versammlung oder Zusammenkunft)
Das Fest hatte eher politischen Charakter. Es wurde ein Erntefest abgehalten an dem viel gegessen und getrunken wurde. Auf diesen Versammlungen wurden Gesetze gemacht. Die Menschen berieten ob es genug Vorräte für den Winter gab und welches Tier geschlachtet werden musste, weil es zu schwach war um den Winter zu überstehen. Ehen wurden geschlossen und Gerichtsverhandlungen abgeschlossen.

Nach Samhain wurde es ruhiger und die Menschen widmeten ihre Zeit den liegengebliebenen Sachen. Vieh wurde geschlachtet und haltbar gemacht, Holz wurde gesammelt um sich auf den Winter vorzubereiten und die Häuser wurden repariert.

Das Fest ist auch der Totengöttin Holle gewidmet. Sie wacht über die Verstorbenen und heisst sie willkommen. Lug der keltische Gott begibt sich mit der Göttin Morrigan, die im Glauben der kelten für die Behütung der Seelen und Samen von Mensch, Tier und Planze steht, in die Erde zurück.

An Samhain sind die Tore zur Anderswelt weit geöffnet. Es fällt daher leicht mit den Geistern der Verstorbenen in Kontakt zu treten. Die Nacht ist auch gut für Weissagungen. Orakelt wurde mit der Schafgarbe, Hanf und dem Bilsenkraut. Nach dem Glauben früherer Völker beschützen unsere Ahnen ihre Familien und so gedachte man ihnen zu Samhain.

Die Christen
Anfangs waren sich die Christen über Allerheiligen/Allerseelen nicht einig. In Südeuropa wurde am 13. Mai gefeiert, In England und Deutschland am 1. November, andere Kirchen wiederum feierten am 20. April. Erst viel später, im Jahr 835 legte Papst Gregor IV. Allerheiligen für die gesamte westliche Kirche auf den 1. November fest.

Seit Ende des 10. Jahrhunderts wird, ausgehend von der Benediktinerabtei Cluny, am 2. November mit Allerseelen zusätzlich ein Gedenktag aller Verstorbenen gehalten, die sich nach katholischem Verständnis im Purgatorium befinden und die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben.

Halloween
Das Wort Halloween stammt von „All Hallows Eve“, dem Abend vor Allerheiligen ab. (Bei den Kelten begann der Tag grundsätzlich mit dem Vorabend).
Der zu Halloween so beliebte Kürbis mit Gesicht soll über den irischen Dorfschmid Jack O’Lantern in die Geschichte gekommen sein. Ihm wurde der Legende nach sogar der Zutritt zur Hölle verweigert. Er muss daher für immer mit einer laterne herumziehen – einem Stück glühender Kohle in einer ausgehählten Zuckerrübe. In Amerika wurde dann aus der Rübe ein landesüblicher Kürbis.

Mit der Christianisierung auf den britischen Inseln ab dem 4. Jhdt. veränderten sich die keltischen Feste. Die Menschen konnten an Altherbegrachtem festhalten, Feste und Bräuche wurden aber mit christlichen Symbolen garniert und teilweise umgekrempelt.

Über die zahlreichen irischen Migranten, die vor allem im 19. Jhdt. vor Hungersnöten fliehen mussten, erreichte das Brauchtum bereits durch die Christen verwaldelt, die USA. Während der vergangenen Jahrzehnte kam dann Samhain nunmehr mit Elementen der Konsumkultur versehen als Halloween wieder nach Europa zurück.

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